Kickern lernen Teil 2  
     
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Um ein Spiel zu gewinnen muss man Tore schießen - soviel ist klar. Es haben sich über eine lange Zeit verschiedene, effektive Schusssysteme entwickelt. Hier werden nun einige der bekannten Systeme kurz vorgestellt. Letztlich muss jeder für sich selbst enscheiden welches System er für sich am besten findet.

Die Tore sind so groß dass ein Verteidiger unmöglich alle Bereiche "dicht" machen kann. Ein solides System nutzt zwischen 3 und 5 Schuss-Varianten aus ein und der selben Ausgansposition. Das wichtigste ist nach der perfekten technischen Ausführung dann noch die Kopf-Sache. Welchen Schuss spiele ich zu welcher Zeit.

Die Systeme im Überblick:

Die hier gezeigten Systeme sind bei weitem nicht alle - aber wohl die gängigsten. Ebenso beschreibe ich die Systeme als zwar etwas erfahrener Spieler, dennoch nicht als Profi. Ich bin für jegliche Hinweise für die Verbesserung der Erklärung durch erfahrenere Spieler sehr dankbar.

Das Rechtslang-System
Das Linkslang-System
Das Linkslang-/Rechtskurz-System
Das FrontPin/Jet-aus der Mitte-System
Das Zieher System


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das Rechtslang-System:
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Setup: Die Sturm-Stange steht hier meist ganz am Anschlag oben. Der Ball liegt leicht rechts neben der Mittleren Puppe, so daß er mit der äußeren Kante geklemmt wird. 0 0


Schüße: Zunächst ergeben sich durch diese Ausgangsposition drei mehr oder weniger einfache Schüße.

  • Kurbler, geradeaus
  • kurzer Schuss nach rechts in die Mitte
  • Rechtslang, ins lange Eck.


Kurbler: Oft genügt eine kurze Zuck-Bewegung, nur so kurz dass die Puppe mittig auf dem Ball ist, daß der Verteidiger ein bischen wegfährt. Dann kann man schnell die Stange einmal herumdrehen (nur 360° sind erlaubt) und der Ball verschwindet geradeaus im linken Eck. Ist der Verteidiger nicht gewillt wegzufahren, sollte ein langer Schuss die Chancen für den nächsten Kurbler deutlich erhöhen.

(rechts)-kurz: ein wichtiger Schuss für dieses System ist ein gerade geschossener kurzer Schuß in die Mitte. Für den Fall daß der Verteidiger geradeaus und lang zumacht.

Rechtslang: Der Schuss der diesem System den Namen verleiht, ist wohl der wichtigste unter den drei Grundschüßen. Ein sauberer Rechtslang-Schuß ist sehr schnell und möglichst rechtwinklig abgeschossen - ausserdem sollte es vermieden werden dabei an der unteren Bande anzuschlagen, denn das ist regelwiedrig.

Diese drei Haupt-Schüße des Systems sollte man sehr gut beherrschen. Es muss auch nicht vom ruhigen Ball aus geschossen werden. Um zu sehen wie die Verteidigung reagiert, und auch um den wirklichen Schuß-Zeitpunkt etwas zu verschleiern hilft es immer wieder diese Zuck-Bewegung auf die Ball-Mitte und zurück an die Bande zu machen.

Alternative Varianten:

Es kann auch nicht schaden wenn man das Schuß-Repatoire um zwei weitere Varianten ergänzt. Der Aussenmann-Schuß und der schräge Kurbler.

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beim Aussenmann-Schuß läßt man den Ball einfach liegen und schießt mit dem linken Mann einfach geradeaus. Der Schuß selbst ähnelt dabei aber sehr dem Rechtslang, weil die Stange bis an die untere Bande gefahren wird. Dadurch wird ein "mitfahren" der Verteidigung noch wahrscheinlicher.
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Der schräge Kurbler muss dann schnell eingesetzt werden, wenn der Verteidiger die Stellung wechelt. Die Puppen stehen dann so, daß man einfach mit einer 360° Drehung der Stange den Ball schräg zwischen den Verteidiger-Figuren durchspielen kann.


Hier sieht man recht schnell daß man als Verteidiger gegen einen Rechtslang-Schützen ganz schön viele Lücken zu füllen hat.

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das Linkslang-System:
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Setup: Die Sturm-Stange steht hier ganz am Anschlag unten. Der Ball liegt leicht links neben der Mittleren Puppe, so daß er mit der äußeren Kante geklemmt wird. 0 0

Schüße: Es ergeben sich genau wie beim Rechtslang-System die drei identischen Grundschüße nur eben nach links.

  • Kurbler, geradeaus
  • kurzer Schuss nach links in die Mitte
  • Linkslang, ins lange Eck.

Da die Schüße genau wie beim Rechtslang-System geschossen werden, bedarf es hier wohl keiner näheren Erklärung.

Es sei nur angemerkt, daß bei linken Schüßen um Sie präzise und gerade ins Tor zu bringen verstärkt mit einer Gegenbewegung gearbeitet wird. D.h. der Schuß selbst ist eigentlich wie ein rechts-Schuß zu spielen. Nur der Weg geht nach Links.

Am ehesten kann man den Effekt nachvollziehen wenn man folgendes probiert: Man schießt nach rechts. Die Stange bewegt sich nach rechts (unten). Dort bleibt sie dann meist auch an der Nähe der unteren Bande. Bei einem Linksschuß wird nach Links (oben) gespielt aber die Schußbewegung geht wieder nach rechts (unten). Beim Linkslang zum Beispiel endet der Schuß nicht an der oberen Bande sondern fast an der unteren. Versucht man dies mal umzusetzen kann man hoffentlich verstehen was damit gemeint ist. Und nochmal - diese Gegenbewegung macht man nur um den Schuß gerade zu bekommen. Würde man sie weglassen, ist der linke Schuß immer etwas schräg und deshalb leichter zu halten. Gute Spieler machen diese Gegenbewegung auch bei rechten Schüßen, aber bei weitem nicht so stark.

Das linkslang-Sytem wird in letzter Zeit vermehrt auch als JET-System gespielt. Dies bietet eventuell Vorteile gegenüber eines normalen Pin-shot-Systems (Abroller). Der gerade Kurbler zum Beispielt läßt sich so natürlich wesentlich schneller schießen. Genauso wie der schräge Kurbler. Die Geschwindigkeit des kurzen Schußes in die Mitte ist per JET vermutlich auch wesentlich höher.

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das Linkslang-System:
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Setup: Die Sturm-Stange steht hier nicht ganz am Anschlag unten. Sondern etwa so dass der Ball auf der Kreuzung zwischen der äußeren Torline und dem Halbkreis liegt. 0 0

Genau wie beim Linkslang sollte der Ball auch hier leicht nach Links versetzt liegen.

Schüße: Es ergeben sich auch hier wieder drei Grundschüße die auf die selben Lücken abzielen.

  • Rechts-kurz
  • kurzer Schuss nach links in die Mitte
  • Linkslang, ins lange Eck.

rechts-kurz: Bei diesem System wird der gerade Kurbler duch einen kurzen Schuß an den rechten Pfosten ersetzt. Da der Ball nach links versetzt unter der Puppe eingeklemmt ist, kann der kurze rechte Schuß sehr hart geschossen werden. Mit etwas Übung reicht eine minimale Lücke um den Ball zu versenken.

kurz links in die Mitte: der kurze Schuß in die mitte ist bei diesem Setup etwas schwieriger auszuführen. Da der Ball nach links versetzt liegt muss man zuerst über den ganzen Ball rollen bis die Schußbewegung eingeleitet werden kann. Sehr hilfreich ist hier mit Bewegung zu spielen. Den Ball immer etwas in Bewegung halten. Und somit kurz vor dem Schuß in die Mitte den Ball etwas nach rechts aussen zu legen. Dann kann der Schuß deutlich schneller geschoßen werden.

Linkslang: Der Linkslang-Schuß ist in diesem System etwas einfacher zu spielen, da die Entfernung nicht ganz so weit ist.

Variante schräger "Stubser":
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Bei diesem Setup bietet sich je nach Stellung der Verteidigung auch die Möglichkeit den Ball schräg zwischen den Verteidiger-Figuren durch zu "stubsen".

Die Figur wird einfach einmal um den Ball herumgeführt, meist im Uhrzeigersinn. Ist man hinter dem Ball kann man ihn einfach ohne Kraft schräg in die Lücke stubsen. Da die Verteidigung sehr auf die geraden Schüße fixiert ist genügt hier meist eine mäßige Geschwindigkeit.

Genauso könne man aber auch einen schrägen Kurbler spielen, wie schon bei den Rechtslang oder Linkslang-Systemen. Da man aber in "Bewegung" bleiben sollte um den links-kurz besser in die Mitte zu treffen, ist der Kurbler sehr schwer richtig zu treffen.


0das Frontpin aus der Mitte-System 0
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das Linkslang-System:
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Setup: Der Ball liegt hier ganz einfach auf dem 11-Meter-Punkt. Direkt in der Mitte des Tores.

Schüße: Es ergeben sich auch hier wieder drei Grundschüße die auf die selben Lücken abzielen.

  • Rechts
  • Kurbler/Jet in die Mitte
  • Links

rechts: Das System lebt von sauber ausgeführten, rechtwinkligen Schüßen in die Ecken. Und diese sollten wirklich genau kommen.

Beim rechten Schuß z.B. sollte man ohne Probleme um die Puppe herum kommen wenn man die 2-er Stange ganz nach unten an die Bande schiebt und dann ungefähr einen Finger breit wieder nach oben.

Wer dieses System spielt, wird sich hier auch beim rechten Schuß eine leichte "Gegenbewegung" aneignen. Man hat manchmal sogar das Gefühl dass der Ball etwas schräg nach innen zu spielen. Genau das ist richtig. Kann man dies perfekt, so ist sogar ein Schuß um den Anschlag (Dead-Man) der 2er Reihe herum zwar sehr schwer, aber nicht unmöglich.

Kurbler/Jet in die Mitte: Der Schuß gerade in die Mitte ist natürlich sehr wichtig wenn man einen Verteidiger mit präzisen Schüßen in die Ecken schon zur Verzweiflung gebracht hat. Als Pin-Shot, oder auch Abroller kann der Schuß nur gekurbelt werden. Spielt man dieses System als JET-Schütze, also mit dem Handgelenk am Griff, dann braucht man bei diesem mittleren Schuß nur einfach durchziehen.

links: Auch hier ist äußerste Präzision von Erfolg gekrönt. Hier sollte auch mit dem Fingerbreiten Abstand der 2er-Reihe zur oberen Bande leicht um die 2er-Figur herumgespielt werden.

Varianten: Da der Ball so schön in der Mitte der Spielwiese liegt, kann man ihn mit etwas Ballgefühl leicht in guter Bewegung halten. Mal mit nach oben legen oder ganz nach unten. Das öffnet viele Lücken und man sieht sehr gut wie der Verteidiger reagiert. Legt man ihn etwas nach rechts so klappt dann auch oft der schräge Stubser nach links oben. Dieses System, kombiniert mit längeren Schüßen (neben der Mitte abgeschoßen) ist ein technisch sehr sauberes Speil, das einem viele Möglichkeiten öffnet.


0das Zieher(Pullshot)-System 0
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das Zieher(Pullshot)-System:
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Setup: Der Ball wird hier nicht ein-geklemmt, sonder liegt leicht nach hinten verlagert neben der Figur. Die Stange ist möglichst am oberen Anschlag. 0 0


Schüße: Es ergeben sich auch hier wieder drei Grundschüße die auf die selben Lücken abzielen.

  • Geradeaus
  • Zieher in die Mitte
  • Zieher lang rechts

 


geradeaus: ein wichtiger Schuß beim Zieher-System ist der geradeaus-Schuß. Eine Bewegung mit der Puppe hinter den Ball und ein Schuß aus dem Handgelenk geradeaus. Wenn zuvor ein langer Schuß gespielt wurde ist die Verteidigung sehr geneigt bei einer leichten Bewegung sofort die langen Schüße zu decken.

Zieher in die Mitte: der Zieher in die Mitte solle vielleicht sogar der wichtigste Schuß sein. der liegende Ball wird bis zum Mittelpunkt neben der Figur geführt, dann folg eine Schußbewegung aus dem Handgelekt (mit geschlossener Hand, also kein Abroller) die nach Links ausgeführt wird. Also zurück. Diese Gegenbewegung ist das wichtigste. Ohne sie wird der Schuß immer schräg nach rechts gehen. Und ist somit leichter zu halten, da eine gute Zieher-Deckung eine Diagonale zum Ball bildet (dünne gelbe Linie). Am besten ist sogar diese Gegenbewegung richtig zu übertreiben und den Ball sogar schräg nach oben zu spielen. Also quasi nur um die Puppe herum schießen. Der Ball trifft aber hinter der Puppe das Tor. (Wie im Bild zu sehen)
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der Lange Zieher: Um sich die Möglichkeiten der oberen zwei Schüße frei zu halten, muss ein langer Schuß möglich sein. Dieser lange Zieher ist sehr schwer zu schießen. Der Ball wird neben der Figur bis fast an den Anschlag der Stange unten geführt, gegen Ende der Bewegung muss die Figur den Ball "überholen" und der Schuß wird ebenfalls mit einer Gegenbewegung nach links ausgeführt.

Als Zieher-Schütze muss man die Verteidigung praktisch "zwingen" die 2er-Reihe mit der Puppe vor dem Ball stehen zu lassen. So kann nur noch mit dem Tormann gedeckt werden. Somit sind natürlich gute Chancen für den kurzen oder langen Zieher gegeben. Es kann auch nicht Schaden absichtlich mal geradeaus auf die Puppe des Verteidigers zu schießen. Der Ball sollte natürlich am besten dann zurück prallen und man kann erneut schießen.

Ein Ziehersystem das gut ausgefüht wird, also mit geraden, oder sogar schräg nach oben gehenden Schüßen gespielt wird ist extrem schwer zu decken. Das liegt vielleicht auch daran, daß dieses System nicht sehr oft gespielt wird und man es so nicht so oft decken muss. Der große Vorteil des Ziehers ist daß man dieses System nahezu auf allen Tischmodellen spielen kann. Der vorn-geklemmte Schuß oder auch European Front-Pin wird meist nur auf Soccertischen die in Europa zu finden sind gespielt.

Illustrationen und Text © 2009 Benjamin König

   
 
 
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